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Timo Westendorf zum Klassenerhalt der U19: „Das ist noch nie einem Team der Fortuna gelungen"

Von Stefan Kleefisch

Wir haben nach dem Klassenerhalt der U19 in der DFB-Nachwuchsliga mit Trainer Timo Westendorf Bilanz gezogen und in die nahe Zukunft geschaut.

Timo, ist der frühzeitige Klassenerhalt mit der U19 in der DFB-Nachwuchsliga dein bisher größter Erfolg als Trainer?

„Jein. Für mich sind persönliche Entwicklungen wichtiger, vor allem, wenn Spieler Einsätze im Profibereich bekommen, wie etwa Nico Ochojski und Jonah Sticker. Dass wir zwei Jahre hintereinander in der Bundesliga spielen können, ist natürlich eine schöne Errungenschaft. Auch der Aufstieg mit der U17 war etwas Besonderes. Letztlich ist aber alles immer ein Produkt der Mannschaft. Unter unseren Gegebenheiten und Möglichkeiten ist der Klassenerhalt dennoch ein großer Erfolg.“

In der Hinrunde der Mittelrheinliga habt ihr kein Spiel verloren. Hättest du deiner Mannschaft in der Hauptrunde B, Liga F, trotzdem eine so starke Entwicklung zugetraut? Was macht euch aus?

„Wir haben ein sehr gutes Miteinander und ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl. In der Truppe stecken viele besondere Charaktere, das zeichnet uns aus. Wir sind gemeinsam über einen längeren Zeitraum gewachsen und hatten ein stabiles Grundgerüst, auf dem wir aufbauen konnten. Erfolg hilft immer, um Prozesse weiter voranzutreiben. Wir sind mit einem Sieg gestartet, haben dann aber leider keinen Punkt gegen Viktoria geholt. Es folgte ein phänomenaler Sieg bei RWO, bevor wir deutliche Niederlagen gegen Osnabrück und in Duisburg hinnehmen mussten. In dieser Phase habe ich mich schon gefragt, wie konkurrenzfähig wir wirklich sind. Umso erfreulicher ist es, dass wir inzwischen 20 Punkte gesammelt haben.“

Du hast deinem Kader vertraut, mit Nils Gernhardt und Musa Yildiz im Winter nur zwei Verstärkungen geholt. Dabei hattet ihr auf einmal andere Kaliber als Gegner…

„Da geht es für mich auch um Dankbarkeit und Vertrauen meiner Mannschaft gegenüber. Das haben sie sich erarbeitet. Ich wollte allen die Möglichkeit geben, sich in ihrem letzten Juniorenjahr auf höchstem Niveau zu präsentieren. Die erfolgreiche Reise aus der Hinrunde wollten wir gemeinsam fortsetzen.“

Schweißen Widrigkeiten zusammen? Schließlich musstet ihr zeitweise sogar mehrere Heimspiele auswärts austragen …

„Ja, das stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Lustigerweise haben wir diese „Heimspiele“ gegen Viktoria und Osnabrück verloren. Auf dem Kunstrasenplatz am Jean-Löring-Sportpark haben wir gegen Frankfurt und Oberhausen gewonnen. Bei dem Spiel in Darmstadt wussten wir erst Donnerstagabend genau, dass wir 24 Stunden später nicht zu Hause sondern dort spielen müssen. Ich hoffe, dass wir in der nächsten Saison von der Stadt einen besseren Support erhalten.“ 

Werden Talente aus dem Team in die U23 aufrücken, eventuell sogar zu den Profis?

„Mein Ziel als Trainer ist es, bei uns möglichst vielen Jungs den Übergang in den Seniorenbereich zu ermöglichen. Das haben sie sich auch mehr als verdient. Vielleicht kann sich der eine oder andere über die Trainingseinheiten schon jetzt für die Profis empfehlen. Der Schritt in die Oberliga zur U23 ist ideal, um sich zu entwickeln und den nächsten Schritt zu gehen.“

Für dich persönlich ist der Klassenerhalt in Bezug auf deine Lizenz auch wertvoll…

„Mir haben eineinhalb Jahre Bundesliga-Trainer gefehlt. Diese Voraussetzungen für die Prüfung habe ich jetzt geschaffen. Mein Ziel ist es die höchste Trainerausbildung zu erhalten, die es in Deutschland gibt. Ich will auch persönlich vorankommen. Ich bin sehr zufrieden bei der Fortuna und sehe hier auch meine nähere Zukunft. Solange ich hier was bewegen und mitgestalten kann, bin ich zufrieden. Letztlich ist das auch mein Verein.“

Außer Oberhausen hattet ihr nur Gegner aus Nachwuchsleistungszentren, die nicht absteigen können. Der Klassenerhalt in der Bundesliga ist für den Verein etwas Außergewöhnliches…

„Das ist noch nie einem Team der Fortuna gelungen. Deswegen bin ich umso glücklicher. Es ist toll für die Spieler und den Staff, dass man der Erste ist."

 

 

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