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Trotz Abbruch der Saison: Fortuna-Damen gucken zuversichtlich in die Zukunft

Von Daniel Pfennigwerth

Text: Alena Lambertz

Was lange schon vermutet wurde, ist Anfang April offiziell verkündet worden: Die Handballsaison 2019/20 in der Regionalliga Nordrhein und vielen anderen Ligen wurde vorzeitig abgebrochen. Der SC Fortuna Köln stand zu dem Zeitpunkt dank des letzten Heimsiegs gegen Adler Haan auf dem achten Tabellenplatz und konnte sich somit den Klassenerhalt sichern. Meister der Saison ist der TB Wülfrath, der als Tabellenerster in die Dritte Liga aufsteigt.

Für die Fortuna-Damen ist es ein glimpflicher Ausgang für eine Saison mit einigen Höhen und Tiefen. Vergangenen Sommer übernahm Shahrokh Rezaloo die Mannschaft und startete mit insgesamt 13 Spielerinnen in die Vorbereitung. Mit Nadja Zimmermann kam eine Spielerin mit Bundesliga-Erfahrung hinzu, die aus beruflichen Gründen nach Köln gezogen war. Die damals 18-jährige Julia Nikolic kam vom TSV Bayer Leverkusen und Louisa Leichthammer vom Drittligisten 1. FC Köln. Zu Beginn der Vorbereitung musste Rezaloo auf Hannah Haase verzichten, die noch an einem Wadenbeinbruch laborierte, den sie sich Ende der vergangenen Saison zugezogen hatte. Außerdem stand Sabrina Steinheuer aus gesundheitlichen Gründen längere Zeit nicht zur Verfügung und ist erst zur Rückrunde wieder eingestiegen. Während der laufenden Saison musste das Team dann noch mehr Ausfälle beklagen: Im zweiten Saisonspiel zog sich Rechtsaußen und Kreisläuferin Kim Kron eine Fußverletzung zu und musste einige Wochen pausieren. Anfang Februar hat sich Topscorerin Hannah Haase gegen Lank den Finger an der linken Hand gebrochen und Marie Riedel verletzte sich am Fuß. Hinzu kam das anstehende Auslandssemester von Johanna Huber, weshalb es sie nach Karneval in Richtung Taiwan zog.

Noch in der Hinrunde wurde die Trennung von Trainer Rezaloo verkündet, woraufhin Dario Musacchio das Traineramt übernahm. Direkt im ersten Spiel unter dem neuen Coach, zugleich Torhüter der Fortuna-Herren, konnte die Mannschaft mit frischem Wind einen wichtigen Sieg gegen die Damen aus Bonn einfahren und zeigte weiterhin gute Leistungen gegen Lank, Strombach und Haan. Nach dem letzten Heimspiel am 7. März folgte die Corona-bedingte Zwangspause, wodurch eine durchwachsene Saison, die den Ansprüchen der Spielerinnen nicht gerechte wurde, zu einem abrupten Ende kam.

Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, dass drei Spielerinnen den Verein zum Saisonende verlassen werden: Nach fünf erfolgreichen Jahren bei der Fortuna zieht es die mehrfache Liga-Torschützenkönigin Hannah Haase zum Zweitligisten TuS Lintfort und Julia Nikolic sowie Anika Koopmann (ehemals Wübben) werden vorerst eine Handballpause einlegen. „Mit Hannah und Anika verlieren wir zwei langjährige Spielerinnen der Fortuna und auch Julia konnte sich im Verlauf ihrer Saison in das Herz des Teams spielen.“ bedauert Trainer Musacchio, der nichtsdestotrotz den Blick nach vorne richtet: „Diese großen Verluste - sportlich wie auch persönlich - gilt es nun zeitnah zu kompensieren und das Team für die kommende Saison neu auszurichten. Das wird eine spannende Aufgabe, auf die wir uns trotz der schmerzenden Abgänge freuen.“

Bereits während der Rückrunde stand beim ebenfalls verletzungsgeplagten Ligakonkurrenten HSV Frechen fest, dass es sich immer schwieriger gestalten würde, den bestehenden Kader für die kommende Saison mit ausreichend neuen Spielerinnen sowohl quantitativ als auch qualitativ zu ergänzen. Die Situation verschärfte sich zudem durch die Bekanntgabe, dass der derzeitige und langjährige Frechen-Coach Tobias Marquardt zur kommenden Saison dem Damenbereich den Rücken kehren wird und eine neue Herausforderung bei den Herren des HSV Frechen gefunden hat. Demnach schlossen sich die Teamverantwortlichen von Köln und Frechen zusammen und kamen nach intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten zu dem Entschluss, beide Teams zusammenzuführen und ab der Saison 2020/21 gemeinsam für die Fortuna in der Nordrheinliga anzutreten. Aufgrund des dezimierten Kaders bei den Fortuninnen und der Auflösung der Frechenerinnen sollen somit beide Mannschaften von diesem Schritt profitieren. Mit Tine Stabauer, ehemals Fiedler, kehrt also eine ehemalige Fortunin zurück in die Südstadthalle. Bereits in der Saison 2015/16 lief Tine für Köln auf und ist mittlerweile die Ehefrau von Herrenspieler und Vorstandsmitglied Roman Stabauer. „Wir freuen uns auf die neue Herausforderung beim Traditionsverein Fortuna Köln. Auch wenn uns damit eines der geliebten Derbys verloren geht, haben wir richtig Bock, mit geballter Kraft in die nächste Saison zu starten“ so die Allrounderin, die derzeit aufgrund eines Kreuzbandrisses und des anstehenden Handball-Nachwuchses pausiert.

Der endgültige Kader mit allen aktiven Spielerinnen wird sich in den nächsten Wochen gestalten. Trainer Dario Mussachio bleibt weiterhin Headcoach und peilt eine angepasste Vorbereitung ab dem 1. Juni an. Bis dahin stehen Laufen und Kräftigung per Cybertraining auf dem Programm, um weiterhin fit zu bleiben und gut vorbereitet in die hoffentlich bald beginnende Saison 2020/21 zu starten.

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