Die U15-Regionalliga-Mannschaft der Fortuna spielt aktuell eine herausragende Saison: Nach 15 Spieltagen steht das Team mit 31 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Trainer Anton Matlik spricht im Interview über Teamgeist, Entwicklung und seine Philosophie.
Anton, dein Team spielt eine starke Saison und steht auf dem zweiten Tabellenplatz. Was zeichnet deine Mannschaft aktuell besonders aus?
„In den letzten Spielen zeichnet uns vor allem unsere mannschaftliche Geschlossenheit aus. Alle ziehen an einem Strang. Gerade in engen Spielen haben wir diese durch unsere gemeinsame Energie am Ende für uns entschieden. Wir sind gut in die Saison gestartet, haben kontinuierlich gearbeitet und die Jungs haben sich dadurch weiterentwickelt. Jetzt sehen wir die Ergebnisse.“
Würdest du sagen, dass vor allem die Grundtugenden stimmen?
„Ja. Viele Gegner laufen uns in der Liga Mann gegen Mann und sehr hoch an, wodurch es schwierig ist, klassisch flach von hinten herauszuspielen. Deshalb arbeiten wir intensiv daran, Lösungen zu finden, um auch gegen dieses Pressing kontrolliert Fußball zu spielen. Dazu gehört, dass Energie, Leidenschaft und Einsatz stimmen. In diesen Bereichen haben die Jungs in den letzten Monaten einen großen Schritt gemacht.“
Ihr habt beide Derbys und auch das letzte Spiel gegen Tabellenführer Rot-Weiß Essen mit 2:1 gewonnen. Lag es an einer Extra-Portion Motivation?
„Die Derbys muss man ein Stück weit ausklammern. Der Jahrgang hat seit Jahren kein Derby gegen Viktoria verloren, das war auch vor der Saison ein klares Ziel. Zuhause sind wir generell sehr stark, da entsteht oft das Gefühl, noch einmal ein paar Prozent mehr Energie zu haben. Bis jetzt haben wir zuhause erst ein Spiel verloren und stehen auch in der Heimtabelle weit oben.“
Was zeichnet dich als Trainer aus?
„Der wichtigste Faktor ist, dass ich liebe, was ich mache. Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen, als Trainer mit den Jungs zu arbeiten. Das versuche ich auch vorzuleben. Wir arbeiten viel mit Analysen und ich lege großen Wert auf die individuelle Entwicklung jedes Spielers, damit sich im Endeffekt auch das Team weiterentwickelt.“
Welche Spielphilosophie verfolgst du?
„Wenn du Spiele gewinnen willst, brauchst du viele verschiedene Lösungen, weil du nie genau weißt, was ein Spiel verlangt. Deshalb fordern wir von den Jungs in allen Bereichen viel und wollen möglichst viele Facetten in unserem Spiel haben. Wir laufen jeden Gegner hoch an, wollen mutig pressen und den Ball früh erobern, ohne Angst vor Fehlern. Gleichzeitig ist es wichtig, die Umschaltmomente zu kontrollieren, weil es in diesem Alter noch viele Ballverluste gibt. Unsere Überschrift lautet: kontrollierten Fußball spielen.“
Jetzt steht ein Monat Pause an. Danach spielt ihr gegen Dortmund. Kommt euch die Pause entgegen oder würdet ihr lieber im Flow bleiben?
„Natürlich hätten wir den Flow gern mitgenommen, gerade mit den anstehenden Heimspielen. Andererseits waren die letzten Monate sehr intensiv, wir waren über einen langen Zeitraum vier- bis sechsmal pro Woche im Einsatz. Deshalb ist es Fluch und Segen zugleich. Vielleicht tut es auch gut, zwei oder drei Wochen etwas runterzufahren.“
Interview: Jona Spies.