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Offener Brief des Vorstandes

Von Stefan Kleefisch

Die derzeit kontroversen Diskussionen in den sozialen Medien machen eine öffentliche Stellungnahme des Vorstandes zum Thema der katastrophalen Infrastrukturzustände im Jean-Löring-Sportpark notwendig. Wir hätten zum jetzigen Zeitpunkt lieber darauf verzichtet, da wir uns aktuell in vertrauensvollen Gesprächen mit der Stadt befinden, um kurzfristig eine Verbesserung der für alle unbefriedigenden Situation zu erreichen. Dies sehen wir aber durch eine bewusste Verbreitung von Fehlinformationen gefährdet.

Der S.C. Fortuna hat derzeit neben seiner Profimannschaft vier Mädchen-, Frauenmannschaften und 25 Jungen-, Männermannschaften im Spielbetrieb. Dies ist die größte Amateurabteilung in Köln, wenn nicht sogar am Mittelrhein. Alle diese Mannschaften wollen selbstredend auf den einzigen vorhandenen Kunstrasenplatz, das ist aber beim besten Willen nicht machbar. Die aktuelle Lage macht es uns leider unmöglich, dem Frauenfußball den Stellenwert einzuräumen, der ihm gesellschaftlich gebührt, sie stellt aber auch langfristig die Existenz der Profiabteilung in Frage, da sich mehr und mehr männliche Talente aufgrund der Trainingsbedingungen von unserer Leistungsabteilung abwenden, beziehungsweise wir im Werben um Talente immer öfter das Nachsehen haben.

Wir fühlen uns hier seit langem als Gesamtverein von Stadt und Politik im Stich gelassen. Persönlich haben wir absolutes Verständnis dafür, dass Eltern nicht verstehen können, warum ihre Tochter auf der Asche trainieren muss, der gleichaltrige Junge auf den Kunstrasen darf. Die Profiabteilung, in deren Kader in der Saison 22/23 sechs Spieler aus dem eigenen Nachwuchs standen, ist aber nun mal das Aushängeschild der Fortuna. Daher sind wir auch nicht mit Breitensportvereinen und dortigen Regelungen zu vergleichen. Im Übrigen sind dort fast überall deutlich bessere Bedingungen vorzufinden. 

Wenn dieses Dilemma jetzt allerdings auf das Thema mangelnde Gleichberechtigung im Verein verkürzt wird und mit bewussten Falschaussagen operiert wird und zudem Interna in der Öffentlichkeit verbreitet werden, dann trifft uns das als Vorstand und lässt uns ratlos zurück. Persönliche Drohungen in einschlägigen Medien machen uns betroffen und gehen nicht spurlos an uns vorüber. 

Klargestellt werden muss, dass alle Vorschläge der Frauenabteilung zur Erhöhung der Trainingseinheiten im Jean-Löring-Sportpark in der Vergangenheit bereits mit der Stadt diskutiert worden sind. Sei es die Ausdehnung der Trainingszeit in den späteren Abend oder die Nutzung des kleinen Rasenplatzes im Winter (mit mobiler Trainingsbeleuchtung). Die Ausweitung der Trainingszeiten wurde aus arbeitsrechtlichen beziehungsweise versicherungstechnischen Gründen von der Stadt abgelehnt, die Nutzung des kleinen Rasenplatzes im Winter in Folge des schlechten Zustands verwehrt. In der Sitzung des Sportausschusses bei Fortuna am 1. Juni wurde aus eben diesem Grunde auch einer Mehrfachnutzung des Profitrainingsfeldes eine Absage erteilt. All dies ist nachweislich intern kommuniziert worden.

Auch Aussagen zu bestimmten Quersubventionierungen zwischen Abteilungen sind schlichtweg falsch und werden auf der nächsten Jahreshauptversammlung widerlegt.

Die besagte Sitzung des Sportausschusses war jedoch erst das erste Zusammentreffen von Stadt, Politik und Fortuna, das konkrete kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Infrastrukturverbesserung skizziert hat. Am 19. Juni findet nun eine weitere Sitzung im Bezirksamt 2 statt, in der die Möglichkeit einer Zuweisung weiterer Kunstrasenplatzeinheiten im Kölner Süden diskutiert wird. In Bezug darauf sind wir zuversichtlich und hoffen, danach etwas Dampf vom Kessel nehmen zu können und den Mädchen- und Frauenmannschaften aber auch allen anderen Mannschaften verbesserte Trainingsbedingungen bieten zu können.