Marc Gertzen ist seit der Saison 2019/20 Trainer der Fortuna-Frauen. Mit dem 39-Jährigen gelang in der Saison 2021/22 der ungeschlagene Aufstieg in die Regionalliga West. In dieser Liga spielen die Fortuna-Frauen inzwischen bereits im vierten Jahr in Folge und belegten zuletzt die sehr guten Plätze sechs, drei und vier. In der vergangenen Saison zog sich Gertzen auf den Posten des sportlichen Leiters zurück. Nach der Trennung von Guido Kalle kehrte er im Laufe dieser Spielzeit jedoch wieder an die Seitenlinie zurück. Wir haben mit ihm über den bevorstehenden Rest der Rückrunde, Veränderungen im Kader und das Pokalduell mit Viktoria gesprochen.
Die Rückrunde begann für euch am letzten Sonntag mit dem Spiel beim FSV Gütersloh, dass ihr gleich mal mit 2:0 gewinnen konntet. Wie verlief die Wintervorbereitung? Ihr steht nach 16 von 26 Spieltagen auf Platz sechs der Tabelle, was habt ihr euch für den Rest der Saison vorgenommen?
„Mit der Vorbereitung sind wir zufrieden. Anfang Februar konnten wir mit einem 6:0 bei Alemannia Aachen bereits den Einzug ins Halbfinale perfekt machen. Daran wollen wir anknüpfen und den Pokal gewinnen. In der Liga haben wir uns vorgenommen, die Punkteausbeute aus der Hinrunde zu übertreffen.“
Du hast die Mannschaft am siebten Spieltag wieder übernommen. Zunächst gab es zwei Niederlagen gegen den FC und in Mönchengladbach. Seitdem hat sich das Team stabilisiert: vier Siege, zwei Remis und nur eine weitere Niederlage in Dortmund. Was hast du verändert?
„Im ersten Schritt haben wir versucht, die Defensive zu stärken. Die daraus gewonnene Stabilität hat den Spielerinnen auch wieder mehr Selbstvertrauen gegeben, um anschließend Ergebnisse einzufahren.“
Im Winter gab es nur wenige Veränderungen im Kader: Mit Annika Neil (Bad Neuenahr) und Clara Nellessen (Alemannia Aachen) haben zwei Ergänzungsspielerinnen die Fortuna verlassen. Neu dazugekommen ist Danielle Bender. Die 25-Jährige bringt Zweitliga-Erfahrung mit. Was versprichst du dir von der neuen Angreiferin?
„Mit Annika Neil und Clara Nellessen haben uns zwei Spielerinnen verlassen. Beide waren mit ihren Einsatzzeiten und ihrer Rolle im Team nicht zufrieden. Mit Danielle Bender (traf als Joker gleich mal zum 2:0 in Gütersloh) konnten wir eine sehr gute Verpflichtung realisieren. Sie verfügt über eine gute technische Ausbildung, ist schnell und hat bereits in der Vorbereitung ihre Torgefahr unter Beweis gestellt. Ich gehe davon aus, dass sie uns noch viel Freude bereiten wird.“
Im Halbfinale des Mittelrheinpokals tretet ihr am Donnerstag, den 26. März (19.30 Uhr), beim Landesligisten Viktoria Köln an. Dort spielen mehrere ehemalige Fortuna-Spielerinnen, das dürfte ein brisantes Derby werden. Ihr habt den Pokal zuletzt sechsmal in Folge gewonnen. Seht ihr euch in der Favoritenrolle?
„Wir nehmen die Rolle des Favoriten gerne an. Das ist unser Wettbewerb, und wir wollen den Pokal wieder in die Südstadt holen. Unterschätzen werden wir die Höhenhauserinnen aber nicht. Sie verfügen über viele erfahrene Spielerinnen, die ihr Können bereits auf höherem Niveau gezeigt haben.“
In der nächsten Saison werden die fünf Regionalligen auf 16 Teams aufgestockt, in der folgenden Saison wird eine dreigleisige 3. Liga Nord, Mitte, Süd eingeführt. Ist das ein sportliches Ziel für die Fortuna?
„Ich gehe davon aus, dass man zwischen Platz zwei und sechs landen muss, um sich für die 3. Liga zu qualifizieren. Die Voraussetzungen werden voraussichtlich unverändert bleiben: ein lizenziertes Trainerteam, eine zweite Frauenmannschaft und eine U17-Mannschaft. Unser sportlicher Anspruch ist es, uns dafür zu qualifizieren. Das wird jedoch ein heißer Ritt, denn die Konkurrenz ist groß. Um attraktiv zu bleiben, hoffen wir, dass uns das gelingt, denn die Regionalliga wird danach definitiv an Qualität einbüßen.“